Gardens by the Bay

12.5.26

Meinen heutigen Geburtstag verbringen wir, wenigstens teilweise, in der Natur. Wir fahren zu den Gardens by the Bay, einem großzügigen Park hinter dem Marina Bay Sands Hotel. Dort erstehen wir Tickets für den Sky Walk, einem Aussichtsweg zwischen den bepflanzten, weltbekannten metallenen Bäumen, von dem man einen tollen Blick über Garten und Skyline hat. Darauf hingewiesen, dass der Weg bei Regen sofort geschlossen wird und nach einem Blick in den Himmel, machen wir uns zügig auf, um die Attraktion noch zu erwischen, bevor es losgeht.

Diese Reaktion erklärt sich allerdings eher aus unserem europäischen Denken, wo der Regen immer kommt, wenn man ihn vermutet. Hier ist das anders. Der Regen kommt den ganzen Tag nicht. Es schaut nur dauernd so aus. Den Skywalk genießen wir bei Trockenheit, danach geht’s zum Indoor-Rainforest mit Jurassic World Ausstellung. Lebensgroße Dinosaurier brüllen uns an zwischen riesigen Farnen und bewachsenen Wänden, ein Wasserfall rauscht neben Archaeopterixen, der Weg  (und der Lift) führt durch urzeitliche Landschaften bis zur Spitze eines Berges und wieder hinunter. Sehr coole Veranstaltung, die Kinder haben ihren Spaß, die Erwachsenen auch.

Wieder draußen, möchten wir gern was trinken, das dafür vorgesehene Lokal ist jedoch völlig überfüllt. Wir wandern Richtung Flower Dome, ein Gewächshaus, das in unseren Tickets enthalten ist. Wir wandern. Und wandern, der Glasbau immer links von uns, bis wir wieder am Ausgang des Cloud Forest angekommen sind und nun doch in das volle Lokal gehen. Danach dann direkt nebenan in den Flower Dome.

Hübsche Pflanzen, sortiert nach Kontinenten, dazwischen kleine Kunstwerke, die zu den jeweiligen Pflanzen passen.

Danach dann Chinatown, wo wir uns tolles chinesisches Essen vorstellen. Ich habe eine Empfehlung für ein Dumpling-Restaurant, in dem ich bei einem früheren Aufenthalt auch schon fantastisch gegessen habe, aber es gefällt dem Ehemann nicht. Zu wenig chinesisches Flair, der Standort Shopping-Mall hat zugegeben nicht so die richtige Stimmung. Nun denn, dann halt woanders, mehr chinesisch, mittelgutes Essen.

Auch China Town ist eher ein Freilichtmuseum mit Souvenir-Shops und Lokalen. Einheimische so gut wie nicht vorhanden, reine Touristenmeile. Der Buddha-Tooth-Relic-Temple, dessen Hauptreliquie ein angeblicher Zahn Buddhas ist (der sich nach neuerer Forschung als Zahn einer Kuh herausgestellt hat), ist geschlossen.

Wir schauen den Sri Mariamman Tempel an, ein hinduistischer Tempel, der von den ansässigen Indern besucht wird, mitten in China Town. Multi Kulti eben.

Singdia und Chinapur

11.8. Freitag

The whole world in a bucket. Singapur hat viele Seiten. Nach den architektonischen Highlights gestern schaue ich mir heute die ethnisch gefärbten Viertel an.

Ich beginne mit Little India. In kleinen Kolonialhäuschen wird alles verkauft, was Indiens Herz begehrt, von Gewürzen über Tee und Naturheilmittel zu Stoffen, Elektronik und Souvenirs.  Es macht Spaß, unter den Arkaden zu spazieren und alles anzuschauen, mit den Händlern zu schäkern und die Gerüche in sich aufzunehmen. Ein kleiner Hindutempel rundet das Erlebnis ab.

Die nächste Station ist das arabische Viertel gleich nebenan. Dort schaue ich die Sultan Mosque mit der goldenen Kuppel an. In der Gebetshalle sitzen ein paar Gläubige und starren auf ihr Handy, tippen ab und zu und lassen sich nicht von den Touristen stören. Ich habe den dringenden Verdacht, dass die keine Koransuren lesen, sondern What’s App und Facebook.

Kaum bin ich wieder draußen, fängt es an aus Kübeln zu gießen. Ich flüchte in ein türkisches Restaurant und bestelle Singdia und Chinapur weiterlesen