Multi Kulti

11.5.26

Singapur ist bekannt für seine multiethnische Bevölkerung, die zu knapp 76,8 % aus Chinesen, 13,8 % Malaien, 7,9 % Indern und 1,4 anderen besteht. Das Zusammenleben wird durch ein straffes Strafrecht mit zum Teil drastischen Strafen geregelt, funktioniert aber offenbar gut. Die Stadt ist sauber, der öffentliche Nahverkehr unkompliziert und schnell, die Restaurants gut und das Leben teuer. Die Weltreligionen sind alle vertreten, es gibt natürlich auch kleinere Religionsgemeinschaften, wobei knapp 20 % der Singapurer gar keiner Religion angehören. Ein buntes Durcheinander also, friedlich und wohlhabend, sicher eine gute Stadt zum Leben.

Wir fahren nach Little India, einen Stadtteil, der sofort indisches Flair verbreitet, kaum steigt man aus der U-Bahn aus.

Kleine Häuschen, deren Arkaden mit Geschäften im Erdgeschoss vor der Sonne schützen, lautstark diskutierende Händler, farbenfrohe Stoffe neben technischer Hardware, Obst neben religiösem Opferbedarf und viele Barbershops.

Einen solchen steuern wir an, Lacas Haare brauchen dringend einen Schnitt. Der Barber tut nicht lang rum und lässt die Schere des Frisurdesigners zugunsten des radikalen Langhaarrasierers in der Schublade. Gerade noch kann der so Behandelte verhindern, dass gar nichts mehr bleibt wie es ist, wenigstens am Oberkopf soll noch der Rest einer Elvis-Tolle bestehen.

Insgesamt ist der Kunde jedoch zufrieden, auch wenn er jetzt die Reste seiner 70er-Jahre Langhaarfrisur endgültig geopfert hat. Kurz, leicht, unkompliziert und er hat bis Weihnachten seine Ruhe. Was will man mehr für 4,50 EUR.

Unser Internetproblem können wir auch lösen, wie das Klischee vorgibt, finden wir  einen entsprechenden Laden, wo man uns unkompliziert hilft, alles installiert, geht, super. Wir sind Inhaber von 400 GB (!) Datenvolumen, für drei Tage mehr als ausreichend. Es kann gesurft werden!

So schönheits- und technisch versorgt, sinken wir erschöpft in die Sessel eines nett aussehenden Restaurants, wo wir wunderbares Chicken bzw. Paneer Tikka Masala essen. Gestärkt  machen wir uns auf zur nächsten Kultur.

Die Masijd-Sultan-Moschee liegt mitten im arabischen Viertel der Stadt, das sich ansonsten allerdings im Wesentlichen durch die enorme Dichte von Souvenir-Shops und arabisch-türkisch-libanesischen Restaurants und Cafés auszeichnet.

Die Authentizität bleibt dabei durchaus etwas auf der Strecke. In der Moschee wird Wert auf angemessene Kleidung gelegt und für Touristen ist nur der Randbereich zugänglich. Ein Schild weist darauf hin, dass auf-dem-Teppich-liegen unerwünscht ist, woran sich allerdings kaum einer hält. Das Handy in der Hand an eine Säule gelehnt entspannen sich die Gläubigen hier auch, wie überall, vom stressigen Arbeitsalltag, inwieweit dabei die Religion eine Rolle spielt, ist nicht erkennbar.

Wir kehren in einem der Caf´es ein und trinken eine Zitronenlimonade. Dann machen wir uns auf zum Clarke-Quay, um uns von der Lauferei zu erholen. Da der Busfahrer, der uns dorthin bringen soll, sich allerdings auch nicht auskennt und uns zu früh zum Aussteigen auffordert, laufen wir erstmal weiter. Endlich angekommen, haben wir uns die Drinks schwer verdient. Clarke-Quay ist ein Vergnügungsviertel, das eigentlich erst nach Einbruch der Dunkelheit interessant wird. Nachmittags sitzen einige einsame Touristen in den zahlreichen Kneipen, drinnen oder draußen, nehmen ein paar Drinks,schauen den Ausflugsbooten auf dem Singapur River zu und genießen die Aussicht auf das Marina Bay Sands Hotel.

Da spazieren wir abends auch nochmal hin und nehmen einen Singapore Sling zu uns, wie es sich gehört.

 

 

 

Singapur, ein Wiedersehen

10.5.26

Singapur Airlines bringt uns in 2 Stunden nach Tomorrowland. Schon die Einreise ist bestens organisiert, der Transfer in unsere Ferienwohnung im Oakwood Raffles Premier klappt reibungslos und der Taxifahrer gibt uns einen kurzen Abriss der Weltpolitik mit Fokus auf die Schweiz Asiens. Hier haben alle ihr Geld, meint er, das greift keiner an. Wahrscheinlich hat er recht.

Angekommen jubeln wir über die luxuriöse Wohnung mit einem großen Schlafzimmer mit Panoramafenster – diesmal für Laca – und einem kleineren mit Eckfenstern für mich. Die Aussicht ist fantastisch. Wir fahren zum Dachgarten hinauf. Zwischen den Banktürmen schauen wir auf alte Viertel mit kleinen Häuschen und Hawkermärkten. Ich erkenne einiges sofort wieder und freue mich schon auf den Besuch der Sehenswürdigkeiten um die Marina Bay herum.

Einzig der Erwerb einer Simkarte scheint mal wieder ein Problem zu sein. Irgendwie mag diese Stadt anscheinend nicht, dass ich Internet habe (siehe mein Blog „Singapur“ aus 2017). In zwei 7elevens versuchen wir es, der erste hat nichts Passendes vorrätig, die Frau in dem nächsten spricht völlig unverständliches Englisch und kriegt es auch nicht hin.  Angeblich soll ich eine email erhalten, die aber nie kommt. Was immer sie getan hat, es war offenbar nicht das Richtige und wir verlassen frustriert den Laden. Dann muss es halt ohne gehen.

Das klappt auch, es gibt ja überall in den Restaurants und Bars  W-lan, nur unterwegs können wir nichts anschauen oder verschicken. Morgen ist Montag, ich nehme an, da lösen wir das Problem. Zunächst laufen wir durch koloniale Häuschen inmitten der Bankentürme und lassen uns am Flussufer gegenüber dem Supreme Court, der ausschaut wie ein Ufo, zum Essen nieder.

Nach dem fantastischen Gang Bao für mich und den Black Pepper Prawns für Laca

laufen wir um die Marina Bay herum mit Ziel Marina Bay Sands Hotel. Die Aussicht ist von überall her gigantisch, futuristisch, begeisternd.

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Angekommen zeige ich dem ahnungslosen Ehemann  die Shoppes of Marina Bay, was er zunächst eher nicht spannend findet. Nach dem Betreten derselben fasziniert ihn die Dimension, Auswahl, Gestaltung, Architektur natürlich doch. Eine völlig überdimensionierte Edel-Shopping Mall, Kapitalismus in voller Blüte.

Von da aus wollen wir eigentlich in der Rooftop-Bar des Marina Bay Sands einen Drink nehmen, das stellt sich allerdings als schwierig heraus. Am Info-Schalter werden wir von Turm 1 zu Turm 3 geschickt. Dort sei der Eingang zum Lift zum C’est la vie, wo es die Drinks gibt. Bereits am Lift scheitern wir, Laca hat die falschen Schuhe an. Nur geschlossenes Schuhwerk ist zulässig, er hält verletzungsbedingt nur Schlappen aus. Also Skypark. Dort braucht man ein Ticket, der nächste Timeslot ist in zwei Stunden. Also nicht.

Wir finden eine nette Bar vor dem Hotel, Dallas Bar, mit gutem Whisky Sour und australischem Bier.

Dort erholen wir uns von dem bisherigen 10 km-Marsch. Dann schlendern wir an der Bay entlang Richtung Hotel und kommen bei dem Clock-Hawker-Markt vorbei, den wir natürlich noch anschauen. Laca möchte gern noch eine Ente essen, bestellt sich eine und bekommt genau das: eine halbe, kleingehackte Ente ohne Beilagen. Fleisch-Overkill. Ich bin noch satt von dem Gang Bao und schaue bei einem Ananassaft dem Treiben zu.

Singapur

9.8. Doha

Ich liebe es. Ich meine, ich liebe es wirklich, im Flugzeug  zu sitzen und einen Urlaub in exotischen Ländern vor mir zu haben. Reisen macht mich glücklich wie wenig anderes.

Ich schaue aus dem Fenster und freue mich. Der Flug vergeht im Flug, ich schaue einen Film, das Essen kommt, ich schlafe ein bisschen und schon sind wir in Doha.

Der größenwahnsinnige Flughafen ist etwas leer, kommt mir vor. Ich sehe ausschließlich Qatar Airlines, keine einzige andere Fluggesellschaft. Ob das an dem Boykott liegt, der von den arabischen Ländern über Katar verhängt wurde oder ob die anderen bloß an anderen Terminals stehen, die ich gerade nicht sehen kann, weiß ich nicht. Mein Flieger war jedenfalls voll, ganz anders als der von Sonja, die vor ein paar Wochen die gleiche Strecke geflogen ist und den Flieger praktisch für sich hatte.

10.8. Singapur.

Geheimnisvolles Asien. Turbulente Weltstadt. Putzige Viertel neben Wolkenkratzern. Und über allem thront das Marina Bay Sands Hotel mit fast 200 m Höhe und einem Swimmingpool von 146 m Länge, gut sichtbar vom Business-District, von der Bay und vom Singapore River. Daneben das Art Science Museum in Form einer Lotusblüte, nicht minder spektakuläre Architektur. Stadt der Superlative.

 

Angekommen, dusche ich und laufe eher ziellos in Richtung Innenstadt am Fluss entlang, am Museum of Asian Cultures vorbei über eine Brücke bis zum riesigen Riesenrad, das  sich so langsam dreht, dass man es nur merkt, wenn man es eine Weile beobachtet. Die nächste Brücke führt mich zum Marina Bay Sands Shopping Center. Superlative jagen sich. Es ist riesig wie der ganze Komplex, enthält einen künstlichen Kanal, auf dem Gondeln fahren und hunderte von Shops und Restaurants und Cafés.

 

Beim Durchbummeln stelle ich fest, dass ich langsam hungrig werde, also bewege ich mich in Richtung Fressmeile und lasse mich dort zu ein paar Dumplings nieder. Ich erwarte nicht viel, ich meine, so Fressstand im Shopping-Center und so. Aber zu meiner grenzenlosen Überraschung schmecken die maultaschenartigen Knödelchen großartig und die dazu gereichte Sauce schaut zwar aus wie Sojasauce, schmeckt aber total anders. Nicht einzuordnen, was das sein könnte, aber es ist köstlich!

So gestärkt verlasse ich den Konsumtempel und mache mich auf den Weg zu den Gardens by the Bay, einem neu angelegten botanischen Garten, dessen Wahrzeichen künstliche Bäume aus Stahlrohr sind,  über und über bewachsen von Schlingpflanzen.

Dazwischen gibt es eine Fußgängerbrücke, die den Blick auf die Gärten von oben freigibt. Und natürlich auf das Raumschiff. Ich spare mir den Eintritt und fahre lieber auf einen der Bäume hinauf, wo eine Rooftop-Bar abends kühle Drinks mit toller Aussicht bietet. Die hat allerdings noch geschlossen, so dass ich für den geschmalzenen Eintritt im einige Stockwerke darunter liegenden Restaurant einen Softdrink bekomme und von ganz oben nur Fotos machen kann. Auch recht, es ist sowieso dermaßen heiß und feucht, dass ich nicht unbedingt ganz oben in der Sonne sitzen  muss, um das dringend benötigte Ginger-Beer zu trinken.

Der anschließende Spaziergang durch den Park ist erholsam nach so viel Stadt. Mehrere Vegetationszonen wurden angepflanzt, eingestreut sind ein paar Kunstwerke. Zwei Gewächshäuser zeigen die Klimazonen, die draußen nicht gedeihen. Aus so einer komme ich, also lasse ich die lange Schlange am Eingang stehen und gehe weiter durch unterschiedliche Landschaften.

 

Etwas Ermüdung macht sich breit. Also probiere ich das MRT, die sehr populäre, billige und praktische U-Bahn aus und fahre in kürzester Zeit wieder zurück.

Zuhause angekommen, falle ich so wie ich bin auf’s Bett und schlafe sofort ein. Mann, bin ich fertig. Das waren ja auch fast 14 km! Nach etwa zwei Stunden wache ich auf und stelle fest, dass ich Hunger habe. Und Durst. Da ich nichts eingekauft habe, heißt das, nochmal raus. Ich dusche und gehe zum Clarke Quay, wo das Nachtleben tobt. Nachdem ich alle Lokale angeschaut habe, wähle ich einen Chinesen und bestelle Gemüse mit Prawns. Das war eher nix. Salz- und geschmackloses Pak Choy mit Krabben und Reis. Na ja. Dafür  war es teuer.

Ich spaziere ein wenig zwischen den Touristen am Ufer entlang und genieße die Wärme und die Menschen. Dann gehe ich heim und schlafe mich aus.