Schuls/Scuol

8.3.20

Noch immer scheint in der Schweiz Corona keine besondere Rolle zu spielen. Die Lifte sind auf, an der Kasse stehen die Leute an, aus heutiger Sicht undenkbar. Dass dies wohl einer der letzten Tage sein wird, an denen wir unser ganz normales Leben führen können, und das auf längere Zeit, ist uns nicht bewusst. Am Rande hört man, dass sich die Situation in Italien zuspitzt, aber wir sind eine geschlossene Gruppe und keiner scheint besonders beunruhigt. Wir fahren Ski.

Ein traumhafter Tag öffnet sich vor uns, als wir in Scuol ankommen und in die Gondeln steigen. Ich war hier schon, vor vielen Jahren, als meine Kinder klein waren. Unser Hotel damals hatte einen Zugang zum Thermen-Schwimmbad, für die Kinder ein Vergnügen, nach dem kalten Tag auf der Piste in Bikini und Bademantel ins warme Wasserparadies einzutauchen. Die Urlaube dort fanden ihr Ende, als in einem Jahr alle die Windpocken hatten und ich mit einer Tochter daheim bleiben musste. Im Jahr darauf hat es sich irgendwie nicht mehr ergeben, andere Dinge standen an.

Das Skigebiet hat sich ziemlich verändert, einiges erkenne ich wieder, anderes nicht. Marietta und ich fahren mit zwei anderen zuerst hoch hinauf auf die weite Ebene zwischen den Gipfeln, dann gleich die „Traumpiste“, eine 10 km lange Abfahrt nach Ftan. Es ist ein Hochgenuss, früh am Morgen sind noch kaum Leute da, der Schnee glitzert, die Piste ist frisch präpariert und die Landschaft überwältigend. Unten warten Taxis auf uns, die uns nach Scuol zurückbringen. Gleich wieder rauf in die Schneewelt und den Tag genossen.

Mittags kehren wir ein, natürlich, es gibt endlich die Älplermakkaroni mit Apfelmus, auf die ich schon die ganze Zeit spitze. Dazu Sonne satt und weiter kann’s gehen, bis zum Schluss.

Am Ende noch die Talabfahrt nach Scuol „nur für geübte Skifahrer“. Wir fragen uns, was an der so Besonderes sein soll, dass es so ein Schild braucht. Beim Runterfahren erklärt es sich: Die Piste wird sehr schmal, der Schnee sehr nass und schwer, für Anfänger wahrscheinlich sehr schwierig zu fahren, zumal, wenn viele Leute unterwegs sind.

Die Heimfahrt im Bus ist unkompliziert, kein Problem an den Grenzen, keiner kontrolliert uns. Wir kommen ohne größere Staus abends in Garmisch an. Das Corona-Problem holt uns erst in der nächsten Woche ein. Heute, nach drei Wochen, kann ich sagen, bisher hat sich anscheinend keiner angesteckt, jedenfalls nicht, dass ich was gehört hätte. Wir hoffen alle, dass das so bleibt. Was bleibt, ist jedenfalls ein richtig toller Skiurlaub.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.