Tempel, Götter und Dämonen

20.8.

Ubud ist ein netter Ort mit vielen Tempelchen und ein paar großen, einen Haufen Touristenläden und einem riesigen Souvenirmarkt. Natürlich fehlen die entsprechenden Lokale auch nicht, keiner muss hungern. Das ist auch nötig, denn die Massen an Touristen muss die Stadt erst einmal verkraften.

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Ich verlaufe mich erst mal. Alle Straßen schauen irgendwie gleich aus und ich geh mal eine rauf, die ich hätte runtergehen sollen. Das verzeiht mir Google Maps nicht und schon bin ich ganz woanders, als ich wollte. Aber macht nichts, so lernt man die Umgebung kennen.

Als ich den Saraswati-Tempel dann endlich finde, ist er teilweise gesperrt. Es ist Saraswati-Day und zu Ehren der Göttin gibt es natürlich eine Zeremonie, von der Touristen ausgeschlossen sind. Was man anschauen darf, ist jedoch recht schön. Der Tempel liegt in einem Park mit Lotusblüten-Teichen, sehr romantisch, allerdings etwas überlaufen.

Auf dem Weg zum Königspalast überredet mich ein Händler wortreich, für den Abend Eintrittskarten für den ‚Feuertanz‘ zu kaufen, eine Tanzshow mit der balinesischen Version der indischen Mahabharata, bzw. einer der vielen Geschichten daraus. Es geht um Rama und Sita und einen Haufen böse Dämonen, um Hanuman, den Affengott und am Ende gewinnt das Gute. Nach dieser etwas zähen Vorführung, die von etwa 100 halbnackten Männern rhythmisch begleitet wird, gibt es dann noch 10 Minuten Feuer und einen Typen, der es -angeblich in tiefer Trance – austritt. Nicht so spektakulär wie es angekündigt war, aber dann hab ich jedenfalls mal balinesische Tänze gesehen.

Lustiger finde ich, dass ich mich hier mit Motorrad-Taxis fortbewege, die deutlich schneller vorankommen als die Autos. Wenn ich keine Lust mehr habe zu laufen, dann nehme ich ein Angebot zum Mitfahren an, gebe dem Fahrer etwas Geld und er schlängelt mich durch den dichten Verkehr überall hin.

21.8.

Es ist Zeit, die tropischen Landschaften der Insel zu sehen. Ich buche eine Rundfahrt vorbei an malerischen Reisterrassen, in denen Leute die Setzlinge ausbringen, entlang an kleinen Tempeln in den traditionellen Dörfern am Straßenrand zwischen Feldern und Bergen. Wir lassen uns von der Landschaft bezaubern. So habe ich mir Bali vorgestellt.

Unser erstes Ziel sind die allgegenwärtigen Reisfelder, auf denen unser Guide die verschiedenen Stadien der Reisernte erklärt. Die Arbeiter auf den Feldern lachen sich kaputt, als wir sie fotografieren.

Bei einem Affenwald  laufen wir  mit einem Guide durch den Park,  füttern die Affen und lassen sie auf uns herumklettern.

Dann fahren wir weiter zum Mengwi-Tempel, ein riesiges Areal aus dem 17. Jh., von dem allerdings der Großteil nicht zur Besichtigung freigegeben ist. Der Tempel liegt wunderschön, umgeben von Kanälen und Teichen, es ist einer der größten auf Bali.

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Dann fahren wir in die Berge. Dort besuchen wir den Ulun Danu Bratan Wassertempel bei Kintamani, der sehr malerisch in einem See liegt und Menschenmassen aus aller Welt anzieht. Das ist überhaupt der Wermutstropfen bei allem hier: Jede Sehenswürdigkeit ist so überlaufen, dass man kaum ein schönes Foto machen kann.  So malerisch die Insel ist – wenn hinter jedem Stein Busladungen anderer Völker (oder auch des eigenen) auftauchen, kommt nicht so recht Stimmung auf.

In Kintamani hatte sich unser Guide vorgestellt, dass wir lunchen. Das Touri-Buffet schaut wenig verlockend aus, weshalb wir einstimmig entscheiden, das bleiben zu lassen und uns lieber an einem kleinen Warung, einem der omnipräsenten kleinen Restaurants und Garküchen, unterwegs zu verköstigen. Davon ist der Fahrer wenig begeistert, es passt anscheinend nicht in seinen Provisionsplan. Wir fahren weiter zu einem Aussichtspunkt über schöne Reisterrassen, bei dem er uns erklärt, das sei nicht der schönste Spot, aber der schönere koste Eintritt. Wir finden die Aussicht schön genug.

Letztes Ziel der Rundreise ist Tanah Lot, ein Tempel hoch auf einem Fels im Meer, an dem sich die Brandung laut donnernd bricht. Die unvermeidliche Souvenir-Straße führt uns hin, die Aussicht ist aber fantastisch. Flammend versinkt die Sonne im Meer, die Wellen donnern an die Felsen und über allem thront majestätisch der Sitz der Götter.

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