Trinidad

8.Tag

Trinidad, Playa Ancón

Den Tag am Strand brauchen wir jetzt mal. Mit unseren Casa-Mitbewohnern aus Dachau, Maga und Sebi, haben wir den ganzen Tag im brühwarmen Meer an der Playa Ancon gebadet, gelesen und sonst nichts. Einer unserer Reifen hat zu wenig Luft. Das ist dem aufmerksamen Parkwächter aufgefallen. Zum Glück gibt’s eine Tauchschule hier mit netten Männern und Pressluftflaschen.

Am Nachmittag haben wir  am Strand Cocktails gekauft, die so schlecht waren, dass wir sie in den Sand gekippt haben. Dafür hat sich der Security-Mann gefreut, dass er sie uns bringen durfte. Einen Hamburger zum Mittagessen hat er uns auch gebracht, von dem habe ich nur zwei Bissen gegessen, dann hab ich wegen akuter Salmonellengefahr den Rest lieber dem Müll zugefügt. Nicht ganz durchgebratenes Hackfett muss ich nicht haben. Sonja war etwas beleidigt, dass ich ihr den Spaß an dem Essen verdorben habe, hat dann aber auch nicht mehr viel weitergegessen.

In der Bar am Abend hab‘ ich mein Ego bei einem Canchancharra aus Rum, Zitrone, Honig und Eiswürfeln vom Sänger der Band pushen lassen. Er konnte nicht fassen, dass ich älter bin als er. Wahrscheinlich ist er blind vom vielen Havanna Club.

 

9.Tag

Trinidad

Heute waren wir noch einmal Reiten, zusammen mit dem Pferd, das bei uns wohnt. Der Mann unserer Gastgeberin  hat uns und die anderen beiden mitgenommen. Zuerst sind wir durch den Dschungel und einen Fluss zu einer Bar geritten, wo es Zuckerrohrsaft und Kaffee mit Honig gab, dann sind wir im Wasserfall geschwommen. Das Wasser in dem Becken war angenehm kühl, besser als das Meer. El Nicho kann uns  mal. Der hier war jedenfalls besser auffindbar.

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Auf dem Rückweg ist Magas  Pferd eingefallen, dass es jetzt wasserscheu ist. An einem kleinen Fluss ist es erst am steilen Ufer entlang, bevor es sich dann doch rein getraut hat, weil kein anderer Weg da war. Am nächsten Bach, der ungefähr einen Meter breit war, war sein Heldenmut erschöpft. Man hat  richtig gesehen, wie es überlegt hat, wie komm ich da jetzt rüber? Was mach ich bloß? Nach einer Weile rumtänzeln  hat es entschieden, dass es das hinkriegt und ist mit einem Satz über den Bach. Leider hat Maga damit nicht gerechnet. Die Arme saß zum ersten Mal auf einem Pferd. Zum Glück ist sie in einen Busch gefallen.

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Abends haben wir noch mal auf der Plaza die casa de la musica besucht mit Drinks und Salsa und Tanzen und alles drumrum, nachdem wir in einem der superschönen Restaurants Meeresfrüchte-Paella im Sonnenuntergang genossen haben.

10. Tag

Trinidad

Tja, damit hatten wir jetzt nicht gerechnet.Sonja hat sich mit irgendwas den Magen verdorben, aber gründlich. Sie lag den ganzen Tag mit Brechdurchfall im Bett. Schon beim Frühstück war sie leichenblass und konnte nichts essen. Wir verdächtigen den Hamburger am Strand vorgestern. Also noch ein Tag länger hier, Sonja ist nicht reisefähig.

Das Auto übrigens auch nicht. Der kleine Luftmangel am Reifen. Nur vorsichtshalber bin ich in eine Werkstatt gefahren, um den Reifendruck zu checken. Dort hat der Typ den Reifen abgemacht und ins Wasser gelegt, wie bei einem Fahrrad. So hat doch Sonjas Krankheit was Gutes gehabt: Wir sind einer sicheren Reifenpanne entkommen. Es waren zwei Löcher und das Ventil war auch kaputt. Außerhalb der Stadt hätten wir keine Chance auf Hilfe gehabt.

Nach der Autotour habe ich Sonja einen Tee machen lassen. Während der Wartezeit hat Eduardo  mir einen Schaukelstuhl vor einen Ventilator gestellt, mir ein kaltes Bier gebracht und Musik angemacht. Bis das Wasser heiß war, haben wir geplaudert – soweit man das plaudern nennen kann- er spricht ungefähr halb so gut Englisch wie ich Spanisch und ich kann kein Spanisch. Immerhin habe ich herausgefunden, dass er keine Freundin hat, weil die kubanischen Mädchen ihm zu teuer sind. Die stehen alle auf Touristen und lassen sich aushalten und die Kubaner haben das Nachsehen. Was man hört, gilt das aber auch umgekehrt für kubanische Männer und westliche Frauen. Nachteile des Tourismus.

Maga und Sebi haben ihren Bus zum nächsten Ort nicht gekriegt, deshalb sind wir nochmal los zum Sight-Seeing. Jetzt hab ich doch noch den Yemaya-Tempel angeschaut, der allerdings wenig spektakulär ist. Yemaya ist eine Art kubanisches Christentum mit afrikanischen Elementen, so genau hab ich das nicht rausgekriegt. Es gibt hier sehr viele verschiedene Sekten, alles mögliche gemischt, aber die Madonna ist irgendwie immer auch dabei.

Zu unserer Überraschung war auch die Kathedrale offen, die ebenso wenig spektakulär ist. Der dunkle Christus, Schutzpatron der Stadt, der im Reiseführer steht, ist so dunkel, dass man schon unsichtbar dazu sagen kann. Das schwarze Loch Trinidads.

 

 

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